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Kommentare deaktiviert für Vom Modeideal zum Hallux valgus

Frauen neigen dazu, immer einem Modeideal entsprechen zu wollen. Gerade bei Schuhen scheint deshalb oft der Wunsch nach einem modischen Erscheinungsbild über der eigenen Gesundheit zu stehen. Egal, was die Mode gerade diktiert, es wird auch von genügend Frauen getragen. Deshalb ist in westlichen Ländern, die sehr stark modischen Schwankungen unterworfen sind, verstärkt Deformierungen an den Füßen festzustellen.

Da modische Schuhe häufig viel zu wenig Raum für die natürliche Fußform lassen, ist der Hallux valgus ein weitverbreitetes Problem. Diese „Schiefzehe“ betrifft den großen Zeh und dabei tritt der Ballen der großen Zehe deutlich nach außen über den Fußrand. Die Haut ist dann an dieser Stelle einer massiven Reibung ausgesetzt, sodass nicht selten auch noch Entzündungen auftreten. Gerade Frauen sind sehr häufig davon betroffen, was teilweise am schwächeren Bindegewebe, aber größtenteils am Schuhwerk liegt.

Wenn diese Schädigung erst einmal vorhanden ist, hilft meist nur noch eine OP, um diesen Makel loszuwerden. Zwar werden auch Schienen angeboten, die das Problem korrigieren sollen, doch diese helfen meist nur im Anfangsstadium. Nicht zu verwechseln mit den Korrekturschienen sind die Schienen, die nach einer operativen Korrektur angelegt werden. Mittlerweile werden Schienen angeboten, die Tag und Nacht getragen werden können. Diese Schienen haben ein Gelenk auf Ballenhöhe und somit natürliche Beweglichkeit des Großzehengrundgelenks weitestgehend erhalten.
Allerdings wird von manchen Menschen das Tragen einer solchen Schiene als schmerzhaft empfunden. Viele Frauen schrecken vor der Operation zurück und verstecken lieber ihre nackten Füße. Aber beim Schwimmen, am Strand und anderen Freizeitaktivitäten ist dies nicht immer möglich.

Wer dieses Problem noch nicht hat, sollte dafür sorgen, dass dies auch so bleibt. Das Tragen hoher Schuhe sollte eine Ausnahme darstellen. Denn Schuhe, die mehr als eine gemäßigte Absatzhöhe haben, schieben den Fuß in eine unnatürliche Haltung. Die Zehen rutschen automatisch ganz in die Schuhspitze, wo sie nicht genügend Platz haben. Da die feinen Knochen und Knorpel sich leicht verformen, kommt es auf Dauer zu einem Hallux valgus oder auch den sogenannten Hammerzehen. Diese Zehen sind dann unnatürlich gekrümmt.
Auch zu enge oder zu kleine Schuhe begünstigen diese Problematik. Deshalb sollte jede Frau darauf achten, dass sie abwechslungsreiches Schuhwerk trägt. Der Wechsel zwischen hohen Schuhen und ganz flachen Absätzen hilft, Fehlstellungen zu vermeiden. Auch barfuß laufen ist sehr gesund für den Fuß. Wer dies nicht draußen kann, sollte in seiner Wohnung viel barfuß laufen. Manche Menschen halten dies für unhygienisch, aber Füße, die häufig der Luft ausgesetzt sind, haben meist eine sehr schöne Haut und entwickeln auch keinen Geruch. Denn über die Füße wird täglich ein Viertelliter Schweiß abgesondert. Es ist deutlich hygienischer, wenn dieser verdunsten kann und nicht von Socken und Schuhwerk aufgesaugt wird.
Socken engen den Fuß tatsächlich auch immer noch ein. Es nützt also nichts, wenn auf Socken durch die Wohnung gelaufen wird. Denn in jedem Strumpf sind die Zehen sehr nah aneinander und haben nicht den nötigen Freiraum.
Zusätzlich sollte den Füßen immer wieder einmal ein erfrischendes Fußbad gegönnt werden. Die elektrischen Fußbäder mit Massagefunktion sind für gestresste Füße besonders gut geeignet. Auch eine Fußmassage ist sehr angenehm und entspannend.

Hallux valgus entsteht über Jahre hinweg, das Beispiel von Christa zeigt dies sehr deutlich. Christa ist eine Frau in den Fünfzigern, die sich mit einer Körpergröße von 1,58 m immer für zu klein gehalten hat. Deshalb hat sie seit ihrer Jugend immer Schuhe mit Absätzen getragen. Egal, ob zum Einkaufen, spazieren gehen oder daheim, jeder Schuh hatte mindestens einen Absatz von fünf Zentimetern. Christa ist verheiratet, hat zwei Kinder und einen kleinen Dackel. Der Haushalt wird von ihr noch im alten Stil sehr ordentlich geführt. Sie ist Tag für Tag mindestens 12 bis 14 Stunden auf den Füßen. Einkäufe werden zu Fuß erledigt, der Hund täglich mindestens eine Stunde Gassi geführt und viele Hausarbeiten, wie Kochen, Putzen, Bügeln werden im Stehen erledigt. Christa trägt selbst bei diesen Arbeiten Hausschuhe mit Absatz. Lange Jahre geht dies gut und Christa sieht keinerlei Grund, dieses Verhalten zu ändern. Barfuß laufen kommt für sie kaum infrage. Obwohl die Füße zu diesem Zeitpunkt noch gut aussehen, will Christa selbst beim Baden nicht auf hochhackige Badeschuhe verzichten. Zum Wandern mit der Familie trägt sie zwar Wanderschuhe, aber selbst hierbei hat sie Schuhe gewählt, die einen höheren Absatz haben. Jahrzehntelang haben die Füße diese Tortur ausgehalten.

Doch mit zunehmendem Alter und aufgrund der Dauerbelastung entwickelten sich an beiden Füßen Schiefzehen. Christa begann, ihre Füße einfach zu verstecken. Da es anfangs eher ein optisches Problem ist, konnte sie dieses Manko auch vor sich selbst verstecken. Schmerzen traten erst viel später auf. Plötzlich passten viele Schuhe nicht mehr oder rieben schmerzhaft die Haut an den vorgewölbten Zehenballen auf. Durch besonders weiches Leder drückte sich sogar die Form der deformierten Zehen ab. Christa war etwas uneitler geworden und trug nun Schuhe mit Fußbett und Komfortweite. Leider passten auch da nur bestimmte Modelle. Zu Kleidern fand sie gar keine Schuhe mehr, die ohne Schmerzen zu tragen waren. Sie wurde daraufhin regelrecht depressiv, dass sie nicht mehr tragen konnte, was sie wollte. Bis sie endlich mit ihrer Hausärztin über das Problem sprach, vergingen einige Jahre. Nun war eine Operation die einzige Möglichkeit, wieder schmerzfrei gehen zu können. Der hinzugezogene Orthopäde stellte die schwere Form des Hallux valgus fest. Diese Operation ist die komplizierteste Variante und die Heilung kann je nach Operationsverfahren bis zu 12 Wochen dauern. Bei Christa wurde sich für die Variante entschieden, bei der der Mittelfußknochen durchtrennt wurde. Eine Titanplatte hielt den Knochen während des Heilungsprozesses in Form. Der Vorteil dieser Operation lag für Christa darin, dass der Fuß in einem Spezialschuh direkt wieder belastet werden konnte. Die Titanplatte wird nur entfernt, wenn es wirklich nötig ist. Christa hat die OP gut überstanden und die Titanplatte ist auch ein Jahr später noch an ihrem Platz. Sie trägt nun wieder die Schuhe, die ihr Freude machen, allerdings achtet sie mittlerweile darauf, ihren Füßen die nötigen Pausen zu geben. Viele Hersteller bequemer Schuhmode achten nämlich auch auf ein modisches Schuhwerk, welches gerade in der Freizeit ideal getragen werden kann. Denn Christa möchte sich nie wieder operieren lassen müssen.

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