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Krankheitsbild

Der Hallux valgus, auch unter den Bezeichnungen Schiefzehe oder
Frostballen bekannt, bezeichnet den Schiefstand der großen Zehe am Fuß.
Bei dieser Fehlstellung weicht die Großzehe vom Grundgelenk zum
Fußausrand hin ab, da die Sehnen nicht mehr zentral über das Gelenk,
sondern weiter lateral verlaufen.

Oft tritt ein Hallux Valgus in Verbindung mit einem Metatarsus primus
varus auf, einer Abspreizstellung des ersten Mittelfußknochen (Os
metatarsale) was dazu führen kann, dass der Großzehenballen am
Fußinnenrand deutlich hervortritt und schmerzhafte Entzündungen
entstehen können.

Durch den Druck der fehlgestellten Großzehe auf die kleinen Zehen kommt
es auch in vielen Fällen zu Hammer- und Krallenzehen-Fehlstellungen der
benachbarten Zehen.

Ursachen

Es können verschiedene Ursachen zu einer Fehlstellung der Zehen führen.
Zum einen kann die Stellung der Zehen genetisch veranlagt sein, zum
anderen gibt es noch zwei weitere Ursachen, die zu einem Hallux valgus
führen können.

  • Es liegt ein Spreizfuß vor:
    Bei einem Spreizfuß, sinkt das vordere Quergewölbe ein, der
    Ballenbereich verbreitert sich und somit verändert sich die
    Winkelstellung und es kommt zu einer Fehlstellung des großen Zehs.
  • Es wird falsches Schuhwerk genutzt:
    Laut Studien des deutschen Ärzteblatt nahmen die Fehlstellungen und
    Fußbeschwerden im Jugendalter über die letzten Jahren alarmierend zu und
    besonders bei Mädchen im Alter von 14 Jahren tritt eine deutliche
    Schiefstellung der Großzehe immer häufiger auf.

Ob interkulturelle Vergleiche oder medizinische Untersuchungen, alle
Studien belegen, dass die Hauptursache eines Hallux Valgus in den
meisten Fällen in dem jahrelangen Tragen von falscher Fußbekleidung
liegt und selbst das Tragen von zu engen oder zu kurzen Socken, die auch
die Zehnen aneinander drücken, ausreichend ist.

Besonders das weibliche Geschlecht ist von einer stärkeren Ausprägung
des Hallux valgus betroffen, da diese einerseits ein schwächeres
Bindegewebe als Männer haben, aber vor allem die Formen der heutigen
Damenschuhe, denn diese begünstigen stärker die Fehlentwicklung als
beispielsweise die üblichen Herrenschuhe.

Dabei sind drei Faktoren der Schuhe ausschlaggebend.

  1. Zum einen die Höhe der Absätze:
    Sollten diese nämlich mehr als drei bis vier Zentimeter betragen, drückt
    dies verstärkt auf den Vorderfuß und begünstigt damit die
    Spreizfußbildung und auch den Druck auf die Zehen über die Schuhspitze.
  2. Die Weite der Schuhspitzen selbst:
    Diese sind häufig zu eng und geben den Zehen nicht den nötigen
    Freiraum. Die Zehen werden so in eine schiefe Lage gedrückt, was sich zu
    einer bleibenden Fehlstellung entwickeln kann und von oben betrachtet
    sind die Vorfüße von nicht wenig Frauen dreieckig geformt.
  3. Zu kurze Schuhe:
    Ein weiterer negativer Faktor sind zu kurze Schuhe, da dadurch die Zehen
    nicht mehr in ihrer natürlichen Lage sind. Dies fördert nicht nur die
    Bildung eines Hallux Valgus, sondern es können sich weiterhin Hammer-
    und Krallenzehen entwickeln.

 

Vorbeugung

Wenn einem die Ursachen bekannt sind, sind die Strategien zur Vorbeugung
einer solchen Fehlstellung klar. Im Alltag sollten überwiegend flache
Schuhe mit einer breiten Schuhspitze und mit genug Freiraum für die
Zehen getragen werden. Zudem sollte abwechslungsreiches Schuhwerk
getragen werden, um zu vermeiden, dass die Füße sich zu stark an die
Schuhe anpassen. Auf schöne, hohe Schuhe muss keinesfalls verzichtet
werden, doch es sollte darauf geachtet werden, dass diese nicht
regelmäßig und überwiegend ein Teil der Garderobe sind.

Im Sommer und in der Freizeit darf zur Vorbeugung auch gerne auf Schuhe
verzichtet werden, denn wer viel barfuß läuft, hat meist glatte Haut und
Füße mit geraden Zehen.

Zudem können auch Fußgymnastik, Fußbäder und Bürstenmassagen einer Schiefstellung vorbeugen.

Behandlung

Die konservativen Ansätze wie spezielles Schuhwerk, Barfußlaufen,
Wechsel der Schuhe und Fußgymnastik können leider nur im Anfangsstadium
der Fehlstellung helfen und einer weiteren Verformung entgegenwirken.

Bei einer deutlichen Fehlstellung, die oft auch noch sehr schmerzhaft
ist, kann nur eine Operation Abhilfe leisten. Insgesamt gibt es mehr als
hundert verschiedene Ansätze um die Fehlstellung der Füße zu beheben.
In der heutigen Chirurgie sind jedoch nur fünf bis sechs gängig und der
Chirurg entscheidet, welche aufgrund des Beschwerdebilds und der
Röntgenaufnahmen der Füße über den richtigen Eingriff.

Bei den meisten üblichen Operationsmethoden wird der erste
Mittelfußknochen durchtrennt, je nach Methode in verschiedener
Schnittführung. Danach verschiebt man den zehenwärts gelegene Anteil des
Mittelfußknochens in die Richtung des zweiten Mittelfußknochens und
staucht die beiden Teile des Mittelfußknochens ein oder fixiert sie mit
Drähten oder Schrauben. Der letzte Schritt besteht in einer
Geradestellung der Großzehe mit kräftigen Nähten. Auch die
Wiederherstellung nach der Operation ist langwierig und eine intensive
Belastung, beispielsweise durch sportliche Betätigung, ist erst nach
drei bis sechs Monaten wieder möglich.

Eine Hallux-Operation ist also eine komplexe Knochenoperation und kein
kleiner Eingriff, daher ist es ratsam das Thema ernst zu nehmen und sich
bereits bei einer beginnenden Fehlstellung mit konservativen Methoden,
wie alternatives Schuhwerk, verschiedene Therapieformen oder
Krankengymnastik auseinanderzusetzen.

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